Spirometrie-Schulung für ÄrztInnen & O-Assistenz

„Atmen statt husten“ lautet das Motto einer Kampagne der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie zur Früherkennung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). In den letzten Jahren durchgeführte epidemiologische Untersuchungen sprechen dafür, dass in Österreich etwa 500.000 Personen an einer COPD (Stadien II-IV) erkrankt sind, die tatsächliche Prävalenz dürfte jedoch erheblich höher liegen, da  ein hoher Prozentsatz nicht oder zu spät diagnostiziert wird. 2020 werde die COPD die dritthäufigste Todesursache in der westlichen Welt darstellen, so die Weltgesundheitsorganisation. In Österreich liegt die Häufigkeit bei zehn Prozent unter den über 40-Jährigen.

Die COPD ist in den allermeisten Fällen durch langjähriges Rauchen bedingt, kommt aber auch bei nichtrauchenden Personen (Passivrauchen, arbeitsplatzbezogene Exposition gegenüber inhalativen Schadstoffen) vor. Die Erkrankung beginnt zumeist mit einer chronischen Bronchitis. Anhaltender Husten und Auswurf gelten als frühe Symptome. Kurzatmigkeit unter körperlicher Anstrengung entwickelt sich schleichend, wird daher von den Erkrankten häufig nicht als Krankheitssymptom wahrgenommen, da in Anfangsstadien eine normale oder grenzwertige Lungenfunktion festgestellt werden kann.

Mit zunehmender Dauer entwickeln sich infolge einer übermäßigen Entzündungsreaktion der Atemwege eine meist fortschreitende fixierte Atemflusslimitation und bronchiale Obstruktion als auch das durch progredienten Elastizitätsverlust hervorgerufene Lungenemphysem. In den fortgeschrittenen Stadien leiden die Erkrankten an schwerer Atemnot bis hin zur respiratorischen Insuffizienz, Belastungsintoleranz und je nach phänotypischer Ausprägung an einer unterschiedlich schwer ausgeprägten Bronchitis.

Risikovermeidung und frühzeitige Erkennung ist von entscheidender Bedeutung für eine erfolgreiche Therapie und sekundäre Prävention im COPD-Management. Neben der Erfassung der Risikofaktoren (Rauchen, Arbeitsplatz) und der Symptome durch gezielte Anamnese und Fragebögen (chronischer Husten, Auswurf, beginnende Belastungsatemnot) nimmt die valide Durchführung einer Spirometrie mit Bronchospasmolyse (Reversibilitätstest) eine zentrale Rolle in der Frühdiagnostik und auch in der Verlaufsbeurteilung der COPD ein. „Die Spirometrie ist nach wie vor die wichtigste Lungenfunktionsprüfung, obschon aus den dabei gewonnenen Informationen nicht alle Fragen über die Atemfunktion beantwortet werden können und es zur Beurteilung der globalen Lungenfunktion und der Atemeffizienz noch der Blutgasanalyse bedarf“, so Dr. Joze Messner, Lungenfacharzt in Salzburg.

Die Standarduntersuchungen werden mittels Spirometer, einem Gerät mit Mundstück, durchgeführt. Während der Messung wird die Nase der PatientInnen mit einer Klemme verschlossen. Die untersuchte Person nimmt das Mundstück zwischen die Zähne, umschließt die Lippen dicht und führt auf Anweisung der Untersucherin / des Untersuchers eine Reihe von Atemmanövern durch. Diese umfassen zumindest die Messung der Vitalkapazität (VC) und ihrer Teilvolumina sowie die forcierten Atemmanöver. „Die Spirometrie ist eine risikoarme, relativ kostengünstige, nach valider Durchführung aussagekräftige und gut reproduzierbare Untersuchungsmethode. Sie verlangt allerdings die aktive Mitarbeit der PatientInnen und die engagierte Mitarbeit der die Messung durchführenden Person. Das macht die an sich einfach durchzuführende Spirometrie zu einer anspruchsvollen Untersuchung, die eine hohe Motivation aller Beteiligten voraussetzt und erfordert“, so Dr. Messner. „Mittels einer korrekt durchgeführten Spirometrie unter Einschluss des Bronchospasmolysetestes kann bei gefährdeten und erkrankten Personen der Funktionszustand der Atemwege gut erfasst, eine Funktionseinschränkung rechtzeitig erkannt und die PatientInnen einer gezielten Behandlung zugeführt werden“, so die Erfahrung von Dr. Messner.

Aus diesem Grund bietet AVOS Prävention und Gesundheitsförderung mit Unterstützung von Astra Zeneca als Pilotprojekt Spirometrie-Schulungen unter Leitung von Dr. Joze Messner und MitarbeiterInnen an. Der Workshop Spirometrie umfasst neben den Grundlagen der Atemphysiologie die ausführliche Darstellung der spirometrischen Untersuchung in ihren Einzelschritten sowie die Grundlagen für die Auswertung und Interpretation der Messwerte und deren Einordnung in das klinische Bild und den Gesamtbefund.

Ort: Ordination Dr. Messner, Franz-Josef-Str. 22, 5020 Salzburg

Schulungstermine:

  • Oktober: jeweils Samstag, 14.10., 21.10.,von 9 bis 14 Uhr
  • November: jeweils Samstag, 11. 11., 25.11., von 9 bis 14 Uhr
  • Dezember: 16.12.  von 9 bis 14 Uhr

Um Anmeldung wird gebeten bis jeweils 10 Tage vor dem jeweiligen Schulungstermin unter avos@avos.at